Sonntag, 10. Juni 2012

zerbrechende Träume (ein Gefühlsausbruch)

Mir geht es grade so dermaßen beschissen. Ich schreibe dies mit Tränen in meinen Augen. Ich bin die ganze Zeit fast am weinen seit ich aus dem Zug gestiegen bin und zu Fuß zur Klinik zurückgegangen bin.. Ich weiß nicht, was auf einmal mit mir los ist. ich bin grade so verzweifelt..
Habe lange überlegt, ob ich meine Gedanken und Gefühle wirklich aufschreiben soll.. Habe Angst, dass Kommentare kommen, wie " Ich hab's dir doch gesagt..!" oder so ähnlich..
Ich fühle mich schwach. Sowohl Körperlich als auch Seelisch.
Auch wenn ich das morgen bestimmt schon wieder ganz anders sehe und alles abstreiten werde..

Ich habe die Kontrolle verloren.. Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende... Irgendwie ist es mir schlagartig bewusst geworden nach dem heutigen Tag... nachdem ich 2 Stunden trainiert habe um etwas essen zu dürfen... nachdem ich heimlich mein Essen abwog, ich konnte nicht anders , es war wie ein Zwang,.. nachdem ich einen Teil des gegessenen wieder von mir gab, weil mein Magen die normale Portion nicht vertragen hat,..nachdem meine Mutter mir zum Abschied sorgenvoll gesagt hat, ich solle essen... nachdem ich im Zug mit meiner Oma saß und mir sagte, dass ich mein Praktikum (wenn ich denn dann vielleicht eines habe) aufs Spiel setze, wenn ich weiter abnehme, dass ich keine Kraft mehr dazu hätte....

 ich habe wirklich Angst davor mir meinen Wunsch kaputt zu machen , ein Praktikum in einer Werbeagentur zu machen , weil ich im Krankenhaus lande.. ich will doch, dass mein Leben endlich Bergauf geht!
Aber genau jetzt merke ich, dass ich nicht aufhören kann. Ich weiß, dass ich wieder anfangen müsste zu essen.. Ich kann nicht.. ich habe so Angst vor dem Essen.. ich habe Angst zuzunehmen... ich habe Angst, die Kontrolle über mein Gewicht zu verlieren, dass ich alles in mich reinstopfe, wie früher..
Ich weiß, dass ich weitermachen werde, denn ich finde mich immer noch zu fett, ich weiß dass ich das Essen verlernt habe..ich weiß, dass ich Genuss verlernt habe.. ich weiß, dass ich fühlen verlernt habe.. ich weiß, dass ich völlig den Bezug zu mir verloren habe...

Ich habe Angst. Weil ich weitermachen werde, auch wenn da ein vernünftiger Teil in mir ist..Weil ich schon längst keine Kontrolle mehr über das "Kontrolle über mich selbst haben" habe..
Ich habe Angst , mir alles zu zerstören..
Ich habe Angst zu sterben... auch wenn ich grade mal am Untergewicht kratze.. Ich fühle, wie der Tot in meinen Köper eingetaucht ist und sich immer weiter ausbreitet... 30 Kilo Gewichtsverlust hinterlassen Spuren...
Ich habe wirklich Angst zu sterben...denn das werde ich sicherlich, wenn ich in dem Tempo weiter abnehmen werde...aber ich kann es nicht stoppen... Es ist zu einem Automatismus geworden..
Ich will nicht sterben.. Ich habe so viele Träume.. und ich habe Angst, sie niemals erreichen zu können..

Ich heule Rotz und Wasser, aber ganz Still und Heimlich..habe Angst, jemandem meine Schwäche zu zeigen, mein Versagen.. Meine Maske bröckelt..
Ich wünsche mir grade nichts sehnlicher als jemanden der mich in den arm nimmt, sagt das alles gut wird und der auch macht, dass alles gut wird.. Jemand der mir hilft...alleine packe ich das nicht!
..Aber ich weiß, dass ich diese Hilfe nicht bekommen werde... Die hier in der Klinik wissen von meinem Problem, sie wollen mich ja sogar wiegen, aber helfen wollen sie mir nicht, dass haben die ausdrücklich gesagt...
Also werde ich zusehen müssen , wie ich mich immer mehr selbst verliere und langsam aber sicher den Bach runtergehe...

Ich wünsche mir grade, dass ich morgen wieder ganz motiviert bin, dass ich wieder in "meinem Paradies" bin, in dem ich selbst glaube, dass es mir gut geht.... das tut wenigstens nicht so weh..

Kommentare:

  1. Vertrau' dich jemanden an. Jemanden in der realen Welt, nicht hier. Ich weiß das es einfacher gesagt ist als getan, aber wenn du nicht noch weiter abrutschen möchtest dann tue es.

    Ich mein ich kenn' deine familiären Verhältnisse nicht so wie du sie kennst, aber in so manchen Posts (auch auf deinem alten Blog) kam es so durch als ob sie sich wirklich Sorgen um dich machen, auch wenn du das vielleicht nicht so wahrnimmst. Und wenn du dich deiner Familie nicht anvertrauen willst, dann einer neutralen Person?!

    Ich glaub an dich, und daran das du das alles schaffen kannst! Fühl dich gedrückt ♥

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  2. ja
    realschule misburg, band AG
    oder?

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  3. Süße.. =(
    Ich würde dich nun so gerne in den Arm nehmen und dir versuchen zu helfen =(
    Ich will nicht, dass du so leidest..
    ..Und doch kann ich die Angst vorm zunehmen verstehen.
    Aber weißt du.. wenn wir nicht mehr hungern, sondern einfach gesund essen..
    So nehmen wir auch ab und es ist nicht so gefährlich =/
    Ich hab dich wirklich gerne und ich will das es dir gut geht ._.

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  4. ich glaub, dass dir hier sehr viele beistehen würden, wenn du anfangen würdest zu kämpfen! aber kämpfen würde bedeuten kämpfen - und nicht den "einfachen" weg gehen, den du bis jetzt gegangen bist.

    und dass man auch daraus rauskommt, ist eine tatsache. es geht halt nicht auf knopfdruck, es braucht überwindung und... man muss sich akzeptieren, fehler akzeptieren, schwäche akzeptieren,... aber es geht.

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  5. Hey liebes,
    Ich lese Grad deine Zeilen & auch mir kommen die tränen.
    Dir muss klar werden das nur du dein eigener " Richter" bist.
    Ich wünsche dir auch mal herzlich zu dir zu sein. Das Leben in vollen Zügen genießen.
    Aber das braucht Zeit, Schatz.
    Wir dürfen nicht so streng mit uns sein. Die Borderlinestoerung Macht es uns nicht fad leichter aber vielleicht können wir lernen das wir Grad deshalb so liebenswerte Menschen.
    Vielleicht machst du dir einen Essensplan damit du dein Gewicht behältst. Es ist wichtig damit du in ein Praktikum gehen kannst.
    Du kannst so gut zeichnen & in diese Richtung zu arbeiten ist ja dein Traum. Es ist ein Ziel. Ein Sinn wofür es sich zu Leben lohnt. Glaub mir irgendwann schauen wir auf die jetztige Zeit zurück & können stolz sagen "Wir habend geschaft"

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  6. Kleines ich kenne deinen Wunsch nur zu gut. "Jemand der mich in Arm nimmt & sagt das alles gut wird"
    Ich würde so gerne dieser Mensch sein , denn auch wenn uns viele Kilometer trennen, hab ich dich trotzdem sehr Lieb.
    Ich folge deinem Blog sehr gerne weil du oft Dinge aussprichst die draußen keiner hören will.
    Zb. Wenn man uns fragt " wie geht es ihnen?" Dann will doch keiner hören 'Ich kann nicht mehr!'

    Ich wünsche dir Kraft & Mut das sich bald der Schalter in deinem Kopf umklickt & du wieder Essen darfst.

    Ich hab dich ganz doll Lieb & fühl dich umarmt<3

    Wenn was ist egal zu welcher Zeit Ruf einfach an. Und wenn du nur eine vertraute Stimme hören magst. Und Unsinn erzählen magst um dich abzulenken. Ich bin für dich da<3

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  7. Ich hoffe wirklich das es dir bald besser geht. Ich wäre geren für dich da, würde dich in den Arm nehmen und dir sagen alles wird gut! Ich bin gerne für dich da.
    Bitte denke nicht weinen ist ein zeichen von schwäche, das habe ich lange zeit selbst gedacht. Doch es macht ein Kaputt, man hat mehr und mehr angst seine Gefühle zu zeigen. Doch das ist falsch, manchmal kann es gut sein Gefühle zu zeigen. Nur leider muss man in dieser Welt aufpassen wem.
    Ich versteh nicht wieso sie dir nicht helfen wollen?! Wenn man um hilfe bittet warum bekommt man sie dann nicht?

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  8. Erkenntnis ist der erste Schritt zu Besserung! ♥

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Ich freue mich immer über nette Kommentare :)